Der verlorene Sohn
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Veröffentlicht: 16.07.2002 12:25
Kaufberatung Porsche 968
Nachdem die Produktion des Porsche-Einstiegsmodells mit Vierzylinder-Frontmotor in vergangenen Jahr eingestellt wurde, scheint die Gelegenheit günstig, ein gutes Stück mit wenigen Kilometern zu erwischen.
Was der Heckmotor-Klassiker 911 zuviel an Image hat, besaß der 968, dessen Wurzeln in Gestalt des audimotorisierten Porsche 924 bis ins Jahr 1976 zurückreichen, stets zu wenig. Nicht einmal der Superlativ, den weltgrößten Otto-Vierzylinder mit drei Liter Volumen und Einzelhubräumen von 750 Kubikzentimetern unter der Haube zu haben, nützte da viel. Stets stand der Vierzylinder, schon als 944 S2 mit dem Riesenhubraum versehen, im Schatten seines legendären Bruders. Sachlich hatte der seit dem Modelljahr 1992 auf die Bezeichnung 968 hörende Sportwagen eine solche gefühlsmäßige Degradierung nie verdient.
Speziell in der Endversion bietet er ausgezeichnete Fahrleistungen, ein sicheres Kurvenverhalten, brauchbaren Federungskomfort und nicht zuletzt einen geringen Benzinverbrauch. Dass der Verkauf, auch der des gestrippten Sportmodells namens CS, stets hinter den Erwartungen zurückblieb, lag also eher an irrationalen Dingen. Nun kehrt der verlorene Sohn und nie so geliebte Sohn als Gebrauchtwagen zurück, zum Beispiel in den Pool des Porsche-Zentrums Stuttgart. Das größte Angebot, so Chef Roland Klement, betrifft hier die Jahrgänge 1992 bis 1994, wobei der 968 derzeit einen Gesamtanteil von rund 25 Prozent am gebrauchten Porsche-Programm hat.
Auch Cabrios sind dabei mit Preisen zwischen rund 50 000 und 65 000 Mark. Für ein Coupé in sehr gutem Zustand sind etwa 50 000 Mark zu bezahlen. Der Kilometerstand beträgt bei den 92er Modellen rund 40 000, die 94er liegen zwischen 20 000 und 30 000. Nicht viel für die Lebenserwartung gerade dieses Autos. Der drehmomentstarke Vierzylinder mit Ausgleichswellen arbeitet mit niedrigem Drehzahlniveau und ist gut für eine runde Viertelmillion Kilometer - vorausgesetzt, der Zahnriemen für den Nockenwellenantrieb wurde regelmäßig in den Vertragswerkstätten erneuert. Ebenfalls keine Probleme sind mit dem Transaxle und dem hinten liegenden Sechs-Gang-Getriebe zu erwarten. Von älteren Automatikversionen ist eher abzuraten. Hier gab es, nicht zuletzt durch die langen Übertragungswege, Schwerfälligkeiten, die zu einem Sportwagen nicht passen. Die 968-Karosserie erweist sich als extrem dauerhaft, strapazierfähig und stabil, und so gesehen fiele es heute nicht schwer, in einem gut erhaltenen 968 ein 240 km/h schnelles Langzeitauto zu sehen. Womöglich wird er dereinst sogar ein gesuchtes Stück - ein Vorzug, der ihm zu Lebzeiten stets erspart geblieben ist.
Stationen der Modellpflege |
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Modelljahr 1992 (Herbst 1991) Einführung Porsche 968 Coupé und 968 Cabrio mit Dreiliter-Vierzylindermotor und einer Leistung von 240 OS (176 KW). Zur Verbesserung der Laufruhe besitzt das Triebwerk zwei gegenläufige Ausgleichswellen. Die Steuerung der Einlassnockenwelle erfolgt durch das von Porsche entwickelte VarioCam-System. Zur Auswahl stehen Sechsgang-Schaltgetriebe oder Viergang-Tiptronic. Typen mit Tiptronic sind mit den Sicherheitssystemen Keylock und Shiftlock gegen Fehlbedienung ausgestattet. Als Zusatzausstattung wird ein Sperrdifferenzial System Torsen angeboten.  Modelljahr 1993 (Herbst 1992) Einführung Porsche 968 CS: CS steht für Cup Sport und bedeutet, dass das Coupé durch konsequentes Weglassen von Komfort-Ausstattungen leichter gemacht und durch den Einbau eines sehr sportlichen Fahrwerks für den motorsportlichen Wettbewerb vorbereitet wurde. Der 968 CS besitzt keine Rücksitzanlage, die Motorabdeckung fehlt teilweise. Angeboten wird für den 968 CS nur das Sechsgang-Schaltgetriebe. Änderungen an 968 Coupé und Cabrio: neues DME-Steuergerät für verbesserten Leerlauf. verbesserte Schaltbetätigung beim Sechsganggetriebe. Gepaarte Radsätze zur Geräuschminderung für Vorwärtsgänge. Verbesserungen an den hinteren Radlagern. Klimaanlagen sind ab diesem Zeitpunkt mit dem FCKW-freien Kältemittel R 134a befüllt. Verschiedene Dichtungen und Verbindungen wurden dem neuen Kältemittel angepasst. Neue Radiogeneration Blaupunkt London RDM 42 mit CD-Player. Modelljahr 1994 (Herbst 1993) Zum Schutz gegen Diebstahl kommen neue Radsicherheitsmuttern zum Einsatz. sie haben ein Codiersystem, in das nur der entsprechende Steckschlüsseleinsatz passt. Ebenfalls neu: zwei Partikelfilter für Heiz- und Klimagerät, die Staubteilchen und Pollen bis zu einem tausendstel Millimeter Größe ausfiltern. Wechselintervall bei normal verschmutzter Luft alle 20 000 Kilometer. Neues Radiogerät Blaupunkt Bremen RCM 43 mit Kassettenteil und Key Card. Als Mehrausrüstung ist ein Klangpaket mit zehn Lautsprechern lieferbar. |
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Stärken und Schwächen | + Übersichtliche und funktionelle Karosserie mit variablem Kofferraum, gute Handlichkeit, kultivierter, leistungsstarker und sparsamer Motor, ausgezeichnete Bremsen, gute Verarbeitung.- Eingeschränkter Federungskomfort (968 CS), Getriebegeräusche, hoher Reifenverschleiß, hohe Wartungs- und Reparaturkosten, hohe Kaskoprämien, relativ hoher Wertverlust. |
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