Es war im Dezember 2000. Ich hatte mich entschlossen, mich von meinem Porsche 968CS zu trennen. Aus diesem Grund hatte ich ihn bei Mobile.de inseriert. Am 2. Tag, ich war auf Dienstreise, bekomme ich einen Anruf von meiner Frau, ob ich gewillt sei, mein Auto für eine Fotoproduktion der Motor Klassik zur Verfügung zu stellen.
Ich rief beim zuständigen Redakteur an und er erklärte mir, das er einen 968CS im Stuttgarter Raum suchen würde und meiner ideal passen würde. Einen Tag später stand er schon auf der Matte um das Auto abzuholen. Meine Frau, selbst begeisterte Hobbyfotografin, wollte unbedingt bei den Aufnahmen dabei sein und begleitete Ihn um mal hinter die Kulissen zu schauen.
Als "Location" wurde ein altes Fabrikgebäude in der Nähe des Pragsattels gewählt. Mein Auto war eines von insgesamt sieben. Jeder Redakteur sollte ein Auto wählen, von dem ein überzeugt sei, es wird ein Klassiker von Morgen. Und so stand dann mein Auto in illusterer Runde zusammen mit BMW M3, Mazda MX5, Volvo 240, Lancia Delta Integrale, Mercedes S Klasse und Jaguar XJ. Nach einigen Problemen mit der Beleuchtung wurden alle Fahrzeuge mehrfach von allen Seiten abgelichtet.
Der Artikel erschien dann in der Motorklassik 2/2001 als "Seven Up; Sieben Klassiker der Zukunft". Im April erhielt ich dann von der Redaktion als Dankeschön weitere, unveröffentlichte Fotos und 2 Ausgaben der Zeitung. Zwischenzeitlich erfreute sich bereits ein neuer Besitzer an meinem "Fotomodell".
Olaf K.


"Der Fahrspaß steht an erster Stelle"
> Bernd Woytal über den Porsche 968 CS
Das pure, ungefilterte Fahrerlebnis war bei den meisten Autos der 90er Jahre noch nicht einmal als Extra erhältlich. Stattdessen vernebelten prall gefüllte Komfortpakete die Sinne und erzogen die Autofahrer zu Weicheiern.
Eine rühmliche Ausnahme stellt der Porsche 968 CS dar für mich die Krönung der Zuffenhausener Vierzylinder Baureihe mit Wasserkühlung. Mit ihm traf Porsche das Motto "weniger ist mehr" auf den Kopf. Denn wer das Räubern über abgelegene Landstraßen einem Schaulauf in der Großstadt vorzieht, wird das gesparte Gewicht begrüßen, das beispielsweise der Verzicht auf die elektrischen Helfer für die Fensterbetätigung und die Sitzverstellung gebracht hat.
Ich mag diesen markanten sportlichen Charakter, der sich durch die spartanische Ausstattung ergibt. Und ich fühle mich in der innigen Umarmung der kargen Sitzschalen wohl. Nicht nur deshalb gewinnen banale Alltagsfahrten in diesem Auto das Flair einer Rallye Sonderprüfung.
Auch die Fahreigenschaften tragen ihren Teil bei und animieren dazu, Ziele auf möglichst kurvenreichen Straßen anzusteuern, um den Fahrspaß in vollem Drift genießen zu können. Dank Transaxle Bauweise und einem gegenüber dem normalen 968 um zwei Zentimeter tiefer gelegten Fahrwerk mit besonders breiten Reifen erlaubt der Club Sport sehr hohe Kurventempi, liegt wie das sprichwörtliche Brett und reagiert spontan auf jeden Lenkbefehl.
Der mit drei Liter Hubraum sehr voluminöse Vierzylinder liefert zwar erst bei hohen Drehzahlen die passende sportliche Akustik, gefällt andererseits mit sehr viel Temperament und außergewöhnlich kräftigem Drehmoment.
Das leicht und exakt schaltbare Sechsganggetriebe rundet den positiven Gesamteindruck ab und bestätigt den Porsche Werbespruch: So baut man Sportwagen.
Daten & Preise
Vierzylinder-Viertakt- Reihen motor, Hubraum 2990 ccm, Leistung 240 PS bei 6200/min, Höchstgeschwindigkeit 255 km/h, Verbrauch 13 Liter/100 km, Haftpflicht 736 Mark, Teilkasko (SB 300) 467 Mark (OCC, Oldtimertarif), Steuer 636 Mark, Preis (mittl. Zustand) etwa 32 000 Mark, Club: Porsche Club 968, D. Kistner, Tel.: 0 23 36/9139 32
MOTOR KLASSIK 2/2001 27








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